Optische Polymerfasern bestehen aus einem Kern aus Polymethylmethacrylat (PMMA, auch als Plexiglas oder Acrylglas bekannt) umgeben von einem dünneren Mantel mit geringerer Brechzahl. Wird Licht in die POF gestrahlt, kommt es aufgrund des Brechzahlunterschieds zur sogenannten Totalreflexion, d.h. das Licht wird beim Auftreffen auf die Innenseite des Mantels nicht gebrochen, sondern vollständig reflektiert. Zur Totalreflexion kommt es immer dann, wenn Licht aus einem optisch dichteren Stoff (in diesem Falle das PMMA) kommend auf die Grenzfläche zu einem optisch dünneren Stoff (in diesem Falle die Mantelinnenseite) trifft, solange der Grenzwinkel nicht größer als der Eintrittswinkel ausfällt. Die Größe der Differenz zwischen den beiden Brechzahlen wirkt sich dabei direkt auf den maximalen Austrittswinkel des Lichts aus.
Die Dämpfung, d.h. die Verringerung der Amplitudenhöhe und damit der Signalverlust über die Streckenlänge, ist beim Einsatz von POF bei 450nm (blau), 520nm (grün) und 560nm (gelb) am geringsten, so dass sich insbesondere diese Farben aus dem sichtbaren Spektralbereich (450nm bis 700nm) für die Datenübertragung eignen. Die maximale Länge der Übertragung wird durch die Dämpfung auf 100-120m beschränkt, die maximale Einsatztemperatur der Fasern liegt bei etwa 75˚C.
U.H.P. Fischer, J. Just & C. Reinboth: Konzeption eines optischen Übertragungssystems mit Wellenlängenmultiplex-Technologie und polymeren Lichtwellenleitern als Lehr- und Laborsystem, in: E. Griese: (Hrsg.): Tagungsband zum 9. Workshop Optik in der Rechentechnik, S. 110-117, Siegen, 2006, ISSN: 1437-8507.